KI & Bildung Matthias Danzinger

Unterricht & Lehre

Darf ich ChatGPT für meine Unterrichts- und Lehrvorbereitung verwenden?

Geltungsbereich: EU-Rahmen · Deutschland · Österreich · Schweiz

Geltungsbereich
Schule, Hochschule & Weiterbildung
Datenschutzgrenze
personenbezogene Daten von Lernenden
Urheberrecht
Ausgangsmaterial, menschliche Gestaltung und Nutzung getrennt prüfen

01Warum das grundsätzlich zulässig ist

Bildungsministerien und Hochschulen behandeln generative KI heute nicht als Fremdkörper, sondern als Werkzeug: Lehrende und Lernende sollen KI-Systeme verstehen, kritisch evaluieren und reflektiert nutzen. Textüberarbeitung, Ideenimpulse, Differenzierung und die methodische Strukturierung von Lerneinheiten zählen zu den typischen, didaktisch sinnvollen Einsatzfeldern.

Für die Vorbereitung in Schule und Hochschule gilt: Entwürfe für Arbeitsblätter, Seminardiskussionen, Fallstudien oder Prüfungsaufgaben sind legitime Werkzeuge. Ob ein Entwurf übernommen wird, entscheidet die Lehrperson nach fachlicher Prüfung.

02Wo die Grenze verläuft

Zwei Fragestellungen sind dabei strikt zu trennen:

Didaktischer Einsatz
Grundsätzlich zulässig. Im Rahmen von Lehrplan bzw. Hochschul-Curriculum können KI-Systeme für Konzeption und Materialerstellung eingesetzt werden. Die fachliche Verantwortung verbleibt vollständig bei den Lehrenden; sachliche Fehler, Halluzinationen oder veraltete Quellen müssen vor der Ausgabe korrigiert werden.
Übermittlung personenbezogener Daten
Das ist eine eigenständige datenschutzrechtliche Frage. Die Legitimität des didaktischen Zwecks rechtfertigt keine unzulässige Datenübermittlung. Die Eingabe von Daten Dritter an einen externen Cloud-Dienst stellt einen eigenständigen Verarbeitungsvorgang dar.

Solange Prompts rein fachliche oder didaktische Aufgabenstellungen formulieren, entsteht kein Personenbezug zu Lernenden.

03Was in der Praxis funktioniert

04Regionale Einordnung & Urheberrecht

DeutschlandLänder, Einrichtung & Urheberrecht
Die KMK-Empfehlung von 2024 verfolgt für Schulen einen konstruktiv-kritischen Ansatz. Welche Dienste und Daten im konkreten Einsatz zulässig sind, richtet sich zusätzlich nach Landesrecht und den Vorgaben des Trägers bzw. der Hochschule. Ob Teile eines Ergebnisses urheberrechtlich geschützt oder nutzbar sind, hängt von Ausgangsmaterial, menschlicher Gestaltung und Verwendungszweck ab.
ÖsterreichBMB, Einrichtung & Urheberrecht
Das BMB beschreibt generative KI als mögliches Unterstützungstool, ohne damit einzelne Produkte oder Datenverarbeitungen freizugeben. Für Schulen und Hochschulen bleiben die jeweiligen internen Vorgaben, Datenschutz und die fachliche Kontrolle maßgeblich. Auch hier ist „KI-generiert“ keine pauschale urheberrechtliche Freigabe.
SchweizKanton, Institution & Datenschutz
Lehrpläne, kantonale Vorgaben und Hochschulregeln bestimmen den konkreten Rahmen. Beim Datenschutz ist zuerst zu klären, ob Bundesrecht oder kantonales Datenschutzrecht anwendbar ist; Educa bietet dafür Orientierung. Personenbezogene oder vertrauliche Daten gehören nur in einen für diesen Zweck institutionell geprüften Dienst.

05Rechtlich heikel

06Im Einzelfall zu prüfen

Quellen und Einordnung

  1. BMB: Künstliche Intelligenz – Chance für Österreichs SchulenOffizielle Information: KI als Werkzeug; die pädagogische Verantwortung bleibt bei der Lehrperson.
  2. BMB: Datenschutz in SchulenOffizielle Information: Verantwortlichkeit, Rechtsgrundlagen und Anforderungen an private Clouddienste im IT-gestützten Unterricht, AVV-Vorlage.
  3. Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679Rechtsquelle: insbesondere Art. 4, 5, 6, 7, 8, 9, 22, 28, 32, 35 und Kapitel V.
  4. KMK: Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI in schulischen BildungsprozessenBeschluss vom 10. Oktober 2024: Potenziale für Lernen nutzen, Prüfungskultur weiterentwickeln, Lehrkräfte professionalisieren und chancengerechten Zugang fördern.
  5. Educa: Künstliche Intelligenz aus DatenschutzsichtFachagentur Educa: Schweizer Orientierungsrahmen zur Abgrenzung von Bundes-DSG und kantonalem Datenschutzrecht im Bildungswesen.

Hinweis. Diese Seite bietet allgemeine Orientierung anhand öffentlich zugänglicher Quellen. Sie ist keine Rechtsberatung, kein Erlass und keine Auskunft einer Behörde. Für einen konkreten Fall kann eine Abklärung mit der zuständigen Stelle nötig sein. Redaktioneller Stand: 12. September 2026.