KI & Bildung Matthias Danzinger

Über mich

Über mich

Ich bin Mathematiklehrer und unterrichte jedes Schuljahr weit über 200 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren an einer öffentlichen Schule in Wien. Zudem bin ich Chauffeur für meinen Sohn. Er sagt, wohin die Reise geht: immer vorwärts; immer Zukunft.

Ich sehe die Zukunft positiv, verschließe aber nicht die Augen vor den Herausforderungen der Gegenwart. Entscheidend ist aber der Blickwinkel. Herausforderungen können uns motivieren, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Denn die Zukunft ist aus Lösungen gebaut.

Meinen Beitrag leiste ich, wo ich kann.

01KI & der EU AI Act

Seit ChatGPT am 30. November 2022 einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde, steht es als Synonym für eine neue Ära der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Der EU AI Act ist in bemerkenswerter Geschwindigkeit entstanden. Ich lese diesen mutigen Versuch nicht als Regelwerk, das blockieren will. Im Gegenteil: Als Menschen, Organisationen und Institutionen, als Staaten und als europäische Familie Verantwortung zu übernehmen, Verantwortliche zu benennen und die Maschinen zu verstehen, die wir mit einer gewissen Skepsis bewundern – das ist exakt die Haltung, die es braucht.

02Künstliche Intelligenz & Verantwortung

„I'm sorry, Dave. I'm afraid I can't do that.“

Die Angst, dass Maschinen sich verselbstständigen, ist nicht neu. In 2001: A Space Odyssey verkörperte HAL 9000 schon 1968 die Vorstellung einer hochentwickelten KI.

Das Spannende aus heutiger Sicht: HAL ist weniger weit von heutiger KI entfernt, als man erwarten würde. Er kann natürliche Sprache verstehen, flüssig sprechen, Bilder und Gesichter interpretieren, Schlussfolgerungen ziehen, sich an frühere Gespräche erinnern und als allgemeiner Assistent mit Menschen interagieren.

HAL hat dauerhafte Kontrolle über ein reales System – das Raumschiff –, beobachtet seine Umgebung und kann selbstständig handeln. Einige Risiken wurden übersehen; zu groß war das Vertrauen in die Maschine. Wenn wir Verantwortung klären und uns ernsthaft mit den Systemen beschäftigen, die wir einsetzen, müssen wir diese Fehler nicht wiederholen.

03Praxis & Erfahrung mit den Maschinen

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass sich diese Maschinen tatsächlich verselbstständigen, wenn man nicht aufpasst. Die Versuchung ist groß, sobald man ihre Stärke erlebt hat. Natürliche Sprache macht sie nahezu jedem Menschen mit Endgerät und Internetzugang zugänglich. Da liegt der Gedanke nahe, ihnen größere Aufgaben und schließlich auch ihre eigene Steuerung zu übertragen.

Da wird es aktuell noch sehr schwierig. Auch meine Erfahrung zeigt, dass sich die Maschinen verselbstständigen. Aber sie agieren dabei nicht zerstörerisch, sondern verschwenderisch. Ein falscher Halbsatz, der als Anweisung interpretiert wird, dient als Basis für ein immenses Regelwerk. Bei der Masse an Text und Code, die die Maschine produziert, fällt es nicht auf, führt jedoch dazu, dass für jede leichte Aufgabe plötzlich die zehnfachen Kosten anfallen.

Warum? Weil in § 27 Abs. 3 im Regelwerk, das die Maschinen für sich selbst geschrieben haben, festgehalten ist, dass nach jeder Änderung im Code alle 130 Tests grün sein müssen. Die Tests testen allerdings sehr bald Funktionen, die evtl. gar nicht mehr existieren, also sucht die Maschine nach Lösungen, schreibt Skripte und Tests und Tests für die Tests, die Skripte testen, die mit dem eigentlichen Ziel nichts mehr zu tun haben.

Ein bewusster, reflektierter, von Menschen gesteuerter und überwachter Einsatz dieser Maschinen ist somit auch ein beträchtlicher Wettbewerbsvorteil.

04Software und Open Source

Softwareentwicklung ist für mich auch eine Form des Teilens. Freie und quelloffene Website-Themes wie Askella, Vela und Rana stelle ich ohne Lizenzkosten zur Verfügung; Vela ist auch als Theme für die Programmiersprache Julia verfügbar. Es freut mich, von Projekten in unterschiedlichen Teilen der Welt zu hören, die darauf aufbauen. Diese Erfahrung prägt meine Arbeit: Wissen wird wertvoller, wenn Menschen es verständlich machen, weitergeben und gemeinsam verbessern.

05Unterstützung und Zusammenarbeit

Diese Plattform ist eine persönliche, quellenbasierte Orientierungshilfe. Mein Ziel ist es, künstliche Intelligenz im Bildungsbereich weder unkritisch zu übernehmen noch reflexhaft abzulehnen, sondern praxistaugliche und rechtlich nachvollziehbare Wege für Unterricht, Lehre und Organisation sichtbar zu machen. Der europäische Rahmen verbindet; nationale Regeln trenne ich dort, wo sie tatsächlich zu unterschiedlichen Antworten führen.

06Kontakt

Fragen, Anregungen oder Interesse an einem fachlichen Austausch?

mail@matthiasdanzinger.at